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PU-Rohmaterial bearbeiten

Mit SuperPro-Polyurethan-Rohmaterial lassen sich Sonderbuchsen selbst herstellen. Das Material verhält sich aber anders als Metall oder Hartkunststoff. Diese Hinweise helfen bei der Bearbeitung.

Härtegrade

Das Rohmaterial ist in den Härtegraden 70, 80, 90 und 95 Shore A erhältlich. Für Querlenkerbuchsen werden meist 80 Shore (Straße) und 90 Shore (Rennstrecke) verwendet. Die Härte bestimmt vor allem die Haltbarkeit unter hoher Last; das Fahrverhalten hängt weniger davon ab, weil SuperPro-Polyurethan progressiv arbeitet: Die Rückstellkraft steigt mit der Belastung an.

Shore-Werte sind nicht mit Angaben anderer Hersteller oder Originalbuchsen vergleichbar, weil auch das Untermaß der Bohrung und die Spannung durch die eingepresste Hülse eine Rolle spielen.

Was nicht geht

  • Einschmelzen und neu gießen: Das Material wird im Werk mit einem Härter gemischt und muss bei korrekter Temperatur aushärten. Nach erneutem Schmelzen härtet es nicht mehr gleichmäßig aus und verliert seine Eigenschaften.
  • Fräsen: Bei den hohen Temperaturen der Bearbeitung beginnt das Material zu schmieren. Fräsen ist nicht möglich.

Bearbeitet wird also ausschließlich auf der Drehbank.

Drehen: Werkzeug und Einstellungen

  • Weiche Härten (70 und 80 Shore): Das Rohmaterial am Vortag ins Gefrierfach legen und direkt nach der Entnahme bearbeiten. Durch die Kälte ist es fester und lässt sich sauber schneiden, bevor es sich erwärmt.
  • Härtere Sorten (90 und 95 Shore): Sie sind hart genug, um ohne Kühlen bzw. Schmieren bearbeitet zu werden.
  • Werkzeug: Der Stechstähl sollte wie ein Messer rasiermesserscharf sein, der Drehmeißel mit etwa 30° Spanwinkel geschliffen und ebenfalls sehr scharf. Stumpfes Werkzeug quetscht statt zu schneiden.
  • Schnittgeschwindigkeit: Als Richtwert gelten etwa 150 m/min (ca. 2000 U/min bei 1 Zoll bzw. 25 mm Durchmesser).
  • Geometrie: Am einfachsten gelingen kompakte Teile mit einem Längen- zu Durchmesserverhältnis von etwa 2:1.
  • Gleichmäßiger Vorschub, keine Pausen im Schnitt, Späne regelmäßig entfernen. Schutzbrille tragen.

Buchse konstruieren – Hinweise

  • Die Bohrung sollte etwas kleiner als die Außenhülse sein: Die Hülse wird eingepresst, das Polyurethan steht unter Vorspannung und sitzt fest.
  • Rillen in der Bohrung (z. B. spiralförmig oder als Waben) verringern die Reibung und speichern das Fett.
  • Bei schwenkenden Lagern (z. B. Querlenker) Freiräume vorsehen, in die sich das Material ausdehnen kann. Bei drehmomentstützenden Lagern ist ein Schwenken nicht nötig.
  • Alle Kontaktflächen zwischen Polyurethan und Metall mit dem SuperPro-Silikonfett schmieren (siehe Einbauhinweise).

Hinweis: Für Motorlager ist Vollpolyurethan grundsätzlich ungeeignet, da es Vibrationen stärker überträgt als Gummi. Sicherheitsrelevante Teile immer durch Fachpersonal prüfen lassen.

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